Sechszehntes Hamburger Forum
Unternehmen in der Polykrise (05.06.2026)
Am 5. Juni 2026 fand an der Bucerius Law School in Hamburg das 16. Hamburger Forum zum Gesellschafts- und Kapitalmarktrecht unter dem Titel „Unternehmen in der Polykrise“ statt. Vertreter der rechtswissenschaftlichen Forschung und der Praxis erörterten, wie Unternehmen und ihre Leitungsorgane auf das Zusammentreffen geopolitischer, regulatorischer und wirtschaftlicher Krisen reagieren können. Die Moderation der einzelnen Programmteile übernahmen über den Tag hinweg Prof. Dr. Christoph H. Seibt (Freshfields), Prof. Dr. Lisa Guntermann (Bucerius Law School) und Prof. Dr. Christoph Kumpan (Bucerius Law School).
Eröffnet wurde die Tagung mit einer Einführung und Begrüßung durch Prof. Dr. Dr. h.c. Jörn Axel Kämmerer (Bucerius Law School).
Den ersten Themenblock bildeten zwei Vorträge, die grundlegend in das Thema einführten. Zunächst gab Jan Friedrich Kallmorgen (EY) einen Überblick über die Zukunft der Globalisierung und zeigte auf, wie sich geopolitische Risiken und Opportunitäten richtig managen lassen. Im Anschluss beleuchtete Dr. Richard Backhaus (Dräger) unter dem Titel „Zwischen Palmaille und Polykrisien – Die Rechtsabteilung im Wirrsal der Welt“ die Rolle der unternehmensinternen Rechtsabteilung in einem zunehmend unsicheren Umfeld.
Der zweite Teil rückte die Leitungsorgane und die Einflüsse auf M&A-Transaktionen in den Mittelpunkt. Den Auftakt machte Dr. Nina Benz (Universität Heidelberg) unter dem Titel „No Safe Habour? Vorstandshandeln bei internationalen Pflichtenkollisionen“ mit der Frage, wie sich Vorstände verhalten sollen, wenn die Pflichten unterschiedlicher Rechtsordnungen miteinander kollidieren. Daran anknüpfend widmete sich Dr. Nils Krause (DLA Piper) M&A im Zeitalter der Geoökonomie und ging dabei auf Vertragsgestaltung und Risikosteuerung ein.
Zum Abschluss stellte Dr. Hartmut Henninger (Cattwyk) die regulatorischen Herausforderungen in internationalen Lieferketten dar.
Während der Tagung wurde lebhaft diskutiert. Insbesondere die Verbindung wissenschaftlicher und praktischer Perspektiven sowie der Austausch zwischen Wissenschaft und Unternehmens- bzw. Beratungspraxis erwiesen sich als äußerst fruchtbar.
Prof. Dr. Christoph Kumpan fasste am Ende die wesentlichen Ergebnisse der Tagung zusammen und verabschiedete die Teilnehmer.