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Christian Wilde Gedächtnisvorlesung

Foto von der Christian Wilde Gedächtnisvorlesung

Christian Wilde war Mitglied der Gründungkommission der Bucerius Law School und Partner der Anwaltssozietät Freshfields Bruckhaus Deringer. Nicht zuletzt seinem großen persönlichen Engagement haben wir die Existenz unserer Hochschule zu verdanken. Christian Wilde, der 2004 im Alter von 64 Jahren verstorben ist, hatte zu vielen Kommilitonen, Professoren und zur Hochschule selbst ein freundschaftliches Verhältnis. Zu seinen Ehren richten die Hochschule und das Institut für Unternehmens- und Kapitalmarktrecht die Christian Wilde-Gedächtnisvorlesung aus, die alle zwei Jahre stattfinden soll.

Dritte Christian Wilde-Gedächtnisvorlesung am 14. Februar 2019

Im Gedenken an Dr. Christian Wilde – Mitglied der Gründungskommission der Bucerius Law School, langjähriger Partner bei Freshfields Bruckhaus Deringer und Ausnahmeanwalt im Unternehmensrecht – fand am 14. Februar 2019 die Dritte Christian Wilde-Gedächtnisvorlesung statt.

Professor Dr. Christoph H. Seibt, Partner bei Freshfields Bruckhaus Deringer und Honorarprofessor an der Bucerius Law School, rief zunächst die Person Christian Wilde noch einmal in Erinnerung.

Im Anschluss sprach auch der Referent, Dr. Andreas Rittstieg, Vorstand Recht und Compliance, Hubert Burda Media Holding KG, über die besondere Person des Christian Wilde und widmete sich darauffolgend dem Thema des Abends „Der Bei-, Aufsichts- und Verwaltungsrat bei der Familiengesellschaft“. Zu Beginn erläuterte Dr. Rittstieg, welche Bedeutung Familiengesellschaften in Deutschland haben und welche charakteristischen Merkmale sie aufweisen. Nach Exkursen zu den Themen Familienverfassung und Governance-Kodex für Familienunternehmen behandelte Dr. Rittstieg zunächst den (freiwilligen) Beirat sowie dessen Ausgestaltungsmöglichkeiten und beleuchtete danach den Aufsichtsrat in der AG und KGaA sowie den Aufsichts- bzw. Verwaltungsrat in der SE. Zum Abschluss erfolgte noch ein kurzer Überblick über Kombinationsmodelle und hybride Gesellschaftsformen.

Für das Publikum, das neben zahlreichen Praktikern auch mit Vertretern der Wissenschaft besetzt war, bot sich im Anschluss die Gelegenheit, Fragen an den Referenten zu stellen.

Autor: Christoph Rathert, Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl Privatrecht II

Zweite Christian Wilde Gedächtnis Vorlesung am 12. Juni 2014

 

Foto von der Christian Wilde Gedächtnisvorlesung

Am 12. Juni fand die zweite, vom Institut für Unternehmens- und Kapitalmarktrecht im Gedenken an Christian Wilde, Wirtschaftsanwalt und Mitglied der Gründungskommission der Bucerius Law School, statt. An die Person erinnerte Professor Dr. Christoph H. Seibt, der ihn als präzisen Denker mit Unternehmergeist und einer außergewöhnlichen emotionalen Intelligenz beschrieb. Der Wegbegleiter Christian Wildes, Professor Dr. Hoffmann-Becking, fesselte danach das Auditorium mit seinen Thesen zur Unabhängigkeit des Aufsichtsrats. Er stellte zunächst heraus, dass Unabhängigkeit immer stärker in den Vordergrund rückt. Dabei soll Unabhängigkeit nicht nur vom Vorstand des gleichen oder verbundenen Unternehmens, sondern nach dem DCGK auch von dem beherrschenden Aktionär bestehen. Dies führe zu einer stärkeren Berücksichtigung von Aktionärsminderheiten. Auch bezweifelte Hoffmann-Becking, ob die Forderung nach Unabhängigkeit nicht zu sehr im Vorfeld eines Interessenkonfliktes ansetze und nicht besser durch die klassischen aktienrechtlichen Instrumentarien wie Transparenz, Stimmverbote und Mandatsniederlegung in den Griff zu bekommen seien. In der anschließenden Diskussion wurden insbesondere  die europäischen Pläne zur Stärkung der Aktionärsrechte kritisiert, nach denen größere Geschäfte der Gesellschaft mit nahestehenden Dritten durch die Hauptversammlung zu genehmigen seien. Durch diese Kompetenzverschiebung würde – so ein Teilnehmer – „das Kind mit dem Bade ausgeschüttet“. Der Abend schloss mit Brezeln und Wein.

Der Vortrag ist im Wortlaut erschienen in NZG 2014, 801.

Erste Christian Wilde Gedächtnis Vorlesung am 07. Juni 2012

Der Anfang wurde am 7. Juni 2012 mit der ersten Christian Wilde-Gedächtnisvorlesung gemacht. Professor Dr. Dr. h.c. mult. Karsten Schmidt, zu diesem Zeitpunkt Präsident der Bucerius Law School, betonte, dass Wilde "eine der Persönlichkeiten sei, denen die Hochschule besonders viel zu verdanken hat". Professor Dr. Christoph H. Seibt, Partner bei Freshfields Bruckhaus Deringer, erinnerte an Wilde, der als "anwaltliche Ausnahmepersönlichkeit" neue Standards für moderne unternehmensrechtliche Beratung gesetzt habe und über die Sozietät hinaus als Vorbild dienen könne.

Nach den Gedenkworten trug Professor Dr. Dr. Dr. h.c. mult. Klaus J. Hopt, von 1995 bis 2008 Direktor des Max-Planck-Instituts für ausländisches und internationales Privatrecht, zum europäischen Übernahmerecht vor. Derzeit findet auf europäischer Ebene die rechtspolitisch bedeutsame Revision der 13. Richtlinie betreffend Übernahmeangebote statt. Hopt griff die Themenkomplexe des Pflichtangebots und des Verhinderungsgebots heraus und stellte Reformvorschläge vor, die anschließend unter Moderation von Professor Dr. Rüdiger Veil kontrovers diskutiert wurden. Die Gedächtnisvorlesung, die zugleich Auftakt des sechsten Hamburger Forums – in diesem Jahr zum Thema Übernahme- und Kapitalmarktrecht – war, wird künftig im Abstand von zwei Jahren stattfinden."

Auszug aus dem Newsletter der Bucerius Law School, August 2012, Christoph Fuchs, Student

 

 

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