Kapitalmarktrechtliche Finanzberichterstattung

Hendrik Brinckmann

Die Finanzberichterstattung wurde von der RechBuchrücken Band 2tswissenschaft bislang sträflich vernachlässigt. Über die Ursachen kann nur spekuliert werden. Von erheblicher Bedeutung dürfte gewesen sein, dass die Finanzberichterstattung maßgeblich auf der Unternehmensrechnungslegung aufbaut, die primär eine Domäne der Betriebswirte und Ökonomen darstellt und deren rechtlicher Rahmen – das Bilanzrecht – von Juristen gerne wegen seines technischen Inhalts und seines daher vermeintlich undogmatischen Ansatzes umgangen wird. Ein anderer Grund dürfte gewesen sein, dass die Finanzberichterstattung erst mit der TransparenzRiL im Jahre 2004 ihre kapitalmarktrechtliche Einbindung erhielt und sich zuvor über mehrere Rechtsgebiete verteilte. Dennoch besitzt sie eine enorme praktische Bedeutung. Die Unternehmenskommunikation erfolgt in beachtlichem Umfang über Informationen aus der Rechnungslegung. Ein Jahresgewinn oder -verlust, Ergebnisprognosen, die Bilanzsumme, Umsätze oder Abschreibungen dienen am Markt als Sprache. Über sie transportieren sich Aussagen über das wirtschaftliche Leistungspotential eines Unternehmens. Die Veröffentlichung dieser Informationen dient dazu, Marktteilnehmer zu informieren und kann ihr Verhalten beeinflussen. Wegen dieses Beeinflussungspotentials sind Publizitätsvorschriften als Instrument staatlicher Marktregulierung von enormer Bedeutung. Man muss sich daher schon wundern, warum die Finanzberichterstattung von der Rechtswissenschaft derart stiefmütterlich behandelt wurde, bietet sie einer rechtswissenschaftlichen Arbeit doch fruchtbaren Boden und ein überaus vielversprechendes Untersuchungsobjekt. Die kapitalmarktrechtliche Finanzberichterstattung ist eine Mischung aus europäischen, nationalen und privaten Regelungsansätzen, was bereits ein erhebliches Konfliktpotential in sich birgt und von der Rechtswissenschaft Lösungen fordert. Ihre enge Verknüpfung mit der Ökonomie stellt eine zusätzliche Herausforderung dar, indem ökonomische Interessen nach einer rechtlichen Ausgestaltung verlangen. Ihr junges Alter zwingt dazu, sich genau über ihre Herkunft und ihren Regelungszweck Gedanken zu machen und ihr auf diese Weise zu einem soliden Start zu verhelfen und ihre weitere Entwicklung konstruktiv zu begleiten. Diesem Ziel widmet sich diese Arbeit.

Bibliographische Angaben:
Hendrik Brinckmann, Kapitalmarktrechtliche Finanzberichterstattung, Schriften des Instituts für Unternehmens- und Kapitalmarktrecht, Bd. 2, Köln (Carl Heymanns Verlag) 2009, ISBN: 978-3-452-27234-8.

Link:
Kapitalmarktrechtliche Finanzberichterstattung

 

 

Diese Webseite verwendet Cookies, um die Bedienfreundlichkeit zu erhöhen. Mit der Nutzung dieser Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen unter Datenschutz