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Das IUKR in Korea – Ein Workshop mit der Seoul National University

Die Finanzkrise hat nicht nur in Europa, sondern auch in Ostasien grundlegende Reformen der Finanzmärkte zur Folge gehabt. Das Institut für Unternehmens- und Kapitalmarktrecht (IUKR) der Bucerius Law School hat sich in den letzten Jahren bereits rechtsvergleichend mit neuen Entwicklungen in der EU und ihren Mitgliedstaaten auseinandergesetzt. Nunmehr will es den Fokus auf den internationalen Austausch mit betroffenen Staaten legen. Es führt die Diskussion nun mit internationalem Fokus fort. Den Auftakt bildete der erste gemeinsame Workshop des IUKR und des Center for Financial Law der Seoul National University am 1./2. November in Seoul/Korea, bei dem Forscher beider Universitäten die Rechts- und rechtspolitische Lage in ihrem jeweiligen Land präsentierten und erörterten.

Von Seiten des IUKR betrachtete Prof. Jörn Axel Kämmerer die jüngsten Entwicklungen in der Europäischen Union, welche die Finanzmärkte einer europäischen Aufsicht unterstellen und mit schärferen Aufsichtsmaßnahmen sicherstellen will, dass die Regeln von Behörden ebenso wie Marktteilnehmern beachtet werden. Die koreanische Sicht der Dinge wurde von Prof. Dong-Won Ko und Prof. Ok-Rial Song präsentiert. Anschließend erörterten Prof. Rüdiger Veil und Prof. Kyung-Hoon Chun verschiedene Aspekte des private enforcements durch Sammelklagen und materielles Haftungsrecht. Prof. Hyeok-Joon Rho ging auf die gesellschaftsrechtlichen Haftungsfragen und Reformanstrengungen im asiatischen Bereich ein. Eine weitere Abteilung der Tagung hatte Fragen des Datenschutzes bei Finanzdienstleistungen zum Gegenstand. Das Thema wurde von Prof. Haksoo Ko behandelt und von Prof. Jörn Axel Kämmerer aus rechtsvergleichender Sicht kommentiert. Einen dritten Schwerpunkt der Verhandlungen bildete die Regelung von Finanzdienstleistungen in Handelsabkommen, insbesondere im Verhältnis zwischen der EU und Korea. Als Experte der hamburgischen Delegation trat Prof. Jasper Finke und als Diskussionspartner der koreanischen Gastgeber Prof. Jae-min Lee auf.

Der Austausch zwischen den deutschen und koreanischen Hochschullehrern hat zahlreiche Gemeinsamkeiten bei der Problemlage, aber auch bei den Lösungsansätzen, allerdings auch einige – in den Rechtskulturen der Länder wurzelnde – Unterschiede offenbart. Für beide wissenschaftliche Einrichtungen war der Gedankenaustausch überaus fruchtbar. Sie wollen ihn im nächsten Jahr in Hamburg fortsetzen – voraussichtlich dann mit Professoren einer dritten Fakultät.